Natur

Mein Garten…

ist das leider nicht. Das sind die Hügel hinter Los Angeles. Die Vegetation ist der Wärme und Schule der Gegend angepasst und die einheimischen Tiere fühlen sich pudelwohl.

Ich gestalte gerade unseren Garten.
Was als nüchtern, langweiliger Hausgarten angelegt war, soll ein Paradies werden, für uns und alle Tiere, die bei uns heimisch sind.
Diesen Winter habe ich erneut feststellen müssen, dass immer weniger Vögel am Vogelhäuschen nach Futter sehen, wo vor Jahren dichter Andrang herrschte.
Ich habe diese Wesen so gern beobachtet.
Natürlich rettet mein Häuschen keine Vögel, denn was Monokultur und die aufgebrachten Pestizide auf den Feldern anrichten, kann ich dadurch nicht kompensieren.
Durch das Eingreifen des Menschen verlieren mehr und mehr Vögel und Insekten ihre Lebensgrundlage. Ihr Möglichkeit zu überwintern und Nachkommen großzuziehen.

Naturhecken als Brutplatz, Beerensträucher für Nahrung, Nisthäuschen.
Wildblumen, Sonnenblumen und durchdachte Planzennachbarschaft.
Verzicht auf künstliche Düngung und chemischen Pflanzenschutz.
Wasserstellen und Insektenhotel.
Komposthaufen, Windschutz, Sonne und Schatten.
Ich sitze vor einem großen Blatt Papier und zeichne die Witterungsbedingungen, vorhandenen Pflanzen, Licht- und Schattenbereiche ein.
Bodendecker, um den Boden feucht zu halten.
Gemüse, Kräuter und Obst.
Ein Naschgarten, eine Oase zum Entspannen, ein Lebensbereich für alles was kreucht und fleucht.

Einheimische Pflanzen für unsere Vögel und Insekten

 

Der Nabu stellt eine sehr informative Broschure über den Nutzen verschiedenster Sträucher und Bäume zur Verfügung, die für unsere Tiere Schutz und Nahrung sind.
Auch wenn Palmen und mediterrane Pflanzen sehr dekorativ sind, sie bringen in unseren Breiten keinen Nutzen.
Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt und habe für mich fünf wesentliche Punkte festgelegt.

  • naturgerecht
  • nützlich für Tiere und Insekten
  • viele eßbare Anteile, die ich verarbeiten und teilen kann
  • pflegeleicht und für uns machbar
  • kompatibel mit den Nachbarn

 

Planung spart Zeit und Geld

Eine genaue Bestandsaufnahme, ein sammeln aller Wünsche und Träume und das sorgfältige Einschätzen der Machbarkeit ist der erste Schritt.
Wir haben uns angesehen, wo die Sonne immer wärmt, wo feuchte kalte Ecken sind und wie der Wind durch unseren Garten weht.
Wir nahmen Maß, zeichneten und lasen um die Wette.
Wir sammeln dazwischen allerlei „Strandgut“ im Wald für unser Insektenhotel.
Beschäftigen uns mit Vermehrung und Schnitt der Sträucher.

Der nächste Termin für den Pflanzenflohmarkt ist im Kalender vermerkt.
Ich spreche Gartenliebhaber in der Umgebung oder Kleingärtner an.
Gerade im Frühjahr machen Viele Platz in den Beeten und ich kann einiges an Ablegern mit nach Hause nehmen.
Die gesammelten Samen des letzten Jahres, finden auf der Fensterbank eine Kinderstube.
Aus alten Ästen habe ich einen Schutzzaun für meine Salatpflanzen geflochten.
Es gibt unglaublich viele Tipps im Internet. Wer ein wenig kreativ und um die Ecke denkt, spart eine Menge Geld.

Durch den richtigen Standort und hilfreiche Pflanzennachbarschaft lassen sich Verluste klein halten.
In meinem Garten versuche ich alles pflanzliche Material wiederzuverwenden.
Als Baustoff oder als Dünger.
Für Beetbegrenzungen oder kleine Mauern suche ich im Baustoffhandel nach Ausschuß oder Restbeständen.
Manch schönen Ziegelstein habe ich sogar im Wald gefunden.
Für jemanden war es Abfall, bei mir werden Insekten darin wohnen.
In Dosen und Joghurtbechern wachsen die jungen Pflänzchen.
Alte Weidenkörbe, die nicht mehr zum Einkaufen taugen, werden bepflanzt.

Bilder auf Pinterest und Instagram haben mich oft inspiriert und auf neue Ideen gebracht.
Auch wandere ich gern an Kleingärten vorbei.
Jede Anregung ist mir willkommen.

Dieses Jahr möchte ich intensiv dem Stückchen Erde widmen, dass in meiner Obhut ist.
Ich bin mir bewußt, dass es nur ein Anfang ist.
Im Idealfall kann ich einen Garten gestalten, der sich selbst weiterentwickelt.
Es ist ein Projekt für die Zukunft.
Ich werde beobachte können, wie alles wächst, ich werde mein eigenes Gemüse zubereiten.
Ich werde mich zusammen mit meinem Garten entwickeln.
Mein Garten wird mich vieles lehren.

 

Grün ist Leben

Ich möchte den Garten zu einer Permakultur Oase umarbeiten.
Lebensraum schaffen, Chancen zum Überleben ermöglichen.
Meinen Beitrag, wenn auch noch so klein leisten.
Möchte das schützen, was uns allen zu Gute kommt.
Natur- und Klimaschutz fängt beim Einzelnen an.
Ob im Garten, auf dem Balkon oder in allen anderen Lebensbereichen.
Natur ist unsere Heimat, ohne sie gibt es kein Überleben.
Menschlichkeit, Tier- und Naturschutz muss vor dem zerstörenden Streben nach immer mehr Umsatz stehen.
Unsere Uhr tickt.
Wir alle sollten uns der Verantwortung für uns selbst, unseren Mitmenschen und denen, die nach uns kommen, stellen. Umdenken und handeln.
Statt mit Stellenverlust drohen, neue Stellen da schaffen, wo umweltverträglich gewirtschaftet wird.
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es  in einer Gesellschaft, die über so immenses Wissen verfügt, nicht möglich ist, unseren Überlebensraum zu schützen und trotzdem noch gut zu leben.
Allein der Wille fehlt.
Zu groß ist die Lobby der Konzerne, zu abhängig die Politik.
Wie würden wir heute leben, wenn unsere Vorfahren die Möglichkeit gehabt hätten,  mit ähnlichem Vandalismus auf die Erde einzuwirken?

Wir werden uns eines Tages sagen lassen müssen;
ihr habt es gewußt und ihr habt nichts getan!

 

Aber es gibt Hoffnung.
Die jungen Menschen, die auf der Straße stehen und schon heute ihre Zukunft von uns einfordern.
Mögen es immer mehr werden!
Wir alle sollten das tun.
Einen Nachmittag in der Woche die Arbeit niederlegen und die Wende zu einer gesünderen, nachhaltigen Zukunft erstreiten.
Ich bin dabei!

 

 

7 Kommentare zu „Mein Garten…

  1. Der Satz … „die Natur braucht uns nicht, wir brauchen die Natur“, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ich bin täglich viele Stunden unterwegs, komme mit schönen Fotos zurück. Bin aber trotzdem oft traurig, was ich da alles so an Müll zu sehen bekomme.
    LG Jürgen

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  2. Dankeschön Linsenfutter. Ganz meine Meinung. Unsere Welt wird immer ärmer und das ist so schade, denn eigentlich dürften wir uns mehr als glücklich schätzen, in so reichhaltiger Natur zu leben. Auf keinem anderen bekannten Planeten herrscht diese Artenvielfalt. Von den Überlebenschancen ganz zu schweigen. Kämpfen wir weiter!!! Unsere Erde mit all ihren Bewohnern, unser Zuhause ist es wert!

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  3. Ein sehr, sehr schöner Beitrag. Unsere Umwelt ist in großer Gefahr. Genau das schreibe ich auch immer wieder. Leider ist die Botschaft noch nicht überall angekommen. Hoffentlich lesen Deinen Beitrag auch viele Vogelfreunde. Es müssen endlich mal die Menschen lernen, das die Zahl der Vögel ganz stark rückläufig ist. Da hilft jede Futtergabe.

    Gefällt 2 Personen

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