Die Große Mutter und die Grüne Hexe

Friedlich leben-vegan

Das männliche Kalb steht in seiner Plastikbox, die Mama ist weit weg und er nuckelt an einer Gummizitze. Ich schaue ihn liebevoll an. Die langen Wimpern, die großen braunen Augen, die dicken Beinchen. Er wird sehr bald in einer Pfanne enden.
Daheim gehe ich in mich und überlege, ob ich ein Tier töten könnte.
Es schlachten, es zerteilen.
Und so wurde ich vegan.
Geist, Seele und Körper, ebenso wie meine Umwelt und meine Mitgeschöpfe gehören für mich untrennbar zusammen.
Ohne Einklang und Fürsorge für eben diese, kann ich keine ganzheitliche Zufriedenheit entwickeln.
Ich habe Mitgefühl, für die armen Tiere, die nur aus Profitgründen das Sonnenlicht, wenn sie es je sehen, erblicken dürfen.
Ich habe Mitgefühl mit allen, die sie züchten, schlachten, verarbeiten. Denn es bleibt unweigerlich an ihrer Seele hängen.
Die Konsequenz daraus war, dass ich es für mich nicht mehr verantworten konnte, die Augen und die Seele zu verschließen und Tiere zu essen, Kosmetik zu kaufen von Firmen, die brutale Tierversuche durchführen und so weiter.
Der Spagat zwischen Tiere lieben und sie auf dem Teller haben, war für mich eines Tages zu anstrengend.
Ich liebe meine Tiere, wie kann ich andere verdammen.
Und ich muss nicht meiner Erziehung und der Gewohnheit folgen, ich kann mir meine eigene Meinung bilden.
Dazu gesellt sich der Umweltsschutz, mein Herzensanliegen.

Vegane Erfahrungen

Als ich anfing vegan zu esssen, spielte sich das erstmal in Büchern ab, auf Google und Blogs, um mir Rezepte, Tipps und Nährstofftabellen einzuverleiben.
Es ist ungewohnt und zeitaufwendig.
Doch es geht vorbei, versprochen!
PETA hat eine gute App, die mich anfangs mit Tipps und Rezepten versorgt hat.
Ich stellte fest, dass das Angebot in Restaurants sich der Lage angepasst hat und ich nie leer ausgehe. Lieben Dank auch an das Personal, dass auf Nachfrage gerne mal ein Gericht ohne tierische Produkte zaubert.
Aller Anfang ist holprig und so griff ich schon mal zur geliebten Quarktasche, doch das verschwand mit der Übung.
Zudem mache ich bei Käse eine kleine Ausnahme, um Gastgeber nicht zu verägern, wenn sie extra wegen mir Käsespätzle zubereitet haben.
Wir unterhalten uns entspannt und beim nächsten Mal werde ich mit einem leckeren, veganen Gericht überrascht.
Ich missioniere nicht, ich verurteile nicht, ich beantworte Fragen freundlich und nicht anklagend.
Mein Mann liebt meine veganen Gerichte, ich liebe es mit einer unglaublichen Fülle an Zutaten immer neue Gerichte zu kreieren.
Ich bin im veganen Leben angekommen.
Fühle mich super und merke es an meinem Körper, wie gut mir das tut.

„Der leidet wie ein Schwein“

Ich muss keine Bilder heraufbeschwören, ihr alle kennt sie.
Die Auswirkungen auf die Natur, die Gesundheit, die Tiere.
Ich war entsetzt zu hören, dass mancher Zeitgenosse tatsächlich denkt, Kühe geben einfach so Milch, nein, weit gefehlt.
Ob Miniatur Boxen, brutale Tiertransporte, Kükenschreddern, Kälbchen töten, Medikamentengaben, die Liste ist lang und weder die Politik, noch die meisten Landwirte wollen etwas daran ändern.
Geld regiert die Welt, ohne jedes Mitgefühl, ohne Anstand.
Ein Kilo Fleisch kostet weniger, als ein ordenliches Bauernbrot.
Die moderne Gesellschaft geht über Leichen und Leiden, bei Tier und Mensch, wundert sich, wo die Verrohung her kommt und tut nichts, denn unnötig und ohne Rücksicht auf Verluste zu konsumieren.
Noch nie vorher waren die Möglichkeiten so umfassend sich zu informieren.
Noch nie war das Angebot, jedenfalls in unserem unverdienten Speckgürtel der Welt, so riesig.
Noch nie wurde derartig viel weggeschmissen, während die Zahl der Hungernden auf dieser Welt wieder ansteigt.
Noch nie so wahnsinnig viel Natur zerstört, Menschen verdrängt und zu Hungerlöhnen beschäftigt.
Noch nie soviel Tierleid verursacht.
Noch nie so viel Müll erzeugt.

Es ist Zeit Verantwortung zu übernehmen

Einige fleischlose Tage, die Auswahl des Metzgers und eine umfassende Kenntnis dessen, was wir konsumieren, unter welchen Bedingungen es angebaut, gezüchtet, gehalten oder transportiert wird, ist in der heutigen Epoche des organisierten Lebensmittelbetrugs eine gute Entscheidung.
Verbraucher werden leidenschaftlich belogen. Es wird verschleiert und grün gewaschen.
Kleine, tolle Umweltlabel sind oft erfunden und dienen nur der Optik, um zum Kauf zu annimieren.
Plastik überschwemmt den Planeten.
Könnten die Grausamkeiten alle laut schreien, wäre es auf dieser Welt unerträglich.
Und wir reagieren mit Verdrängung, mit Ausreden, mit „ich allein kann doch eh nichts tun“. Schreien nach der Politik, ohne uns zu ändern.
Wir tragen Verantwortung für die Erde und die Mitgeschöpfe, weil wir ein Teil davon sind.
Das persönliche Glück, die Verwirklichung stehen hoch im Kurs.
Doch wie kann ich es erreichen, wenn ich selbst einen großen Anteil an einer Menge Leid und Ungerechtigkeit habe.

 

Und über allem steht die Dankbarkeit.
Bei den Jägern gibt es für die getöteten Seelen ein Hornsignal und den Tieren wird ein Zweig in die Mäuler gesteckt.
Indiander bedanken sich,
„Es tut mir leid, daß ich dich töten mußte, kleiner Bruder. Aber ich brauche dein Fleisch, denn meine Kinder hungern. Vergib mir, kleiner Bruder. Ich will deinen Mut, deine Kraft und deine Schönheit ehren – sieh her! Ich hänge dein Geweih an diesen Baum; jedesmal, wenn ich vorbeikomme, werde ich an dich denken und deinem Geist Ehre erweisen. Es tut mir leid, daß ich dich töten mußte; vergib mir, kleiner Bruder. Sieh her, dir zum Gedenken rauche ich die Pfeife, verbrenne ich diesen Tabak.“
(Quelle: Geist der Indianer, Zeiten und Schrift)

Wann ist unsere Dankbarkeit, die Ehrfurcht vor dem Leben jedweder Art verschwunden?
Das panierte Schnitzel hat viel durchgemacht bevor es lecker auf dem Teller ist.
Wir Menschen wollen leben, um jeden Preis und sprechen das anderen Kreaturen ohne mit der Wimper zu zucken ab.

60 Milliarden Tieren jedes Jahr, 60 Milliarden.

 

Meine vegane Lieblingskäsesoße, Rezept von PETA

zu Nudeln, Nachos, Pizza oder über Aufläufe

Menge für ca. 1kg Nudeln

350g Kartoffeln
150g Karotten
150 ml Wasser
120 ml Olivenöl
2 TL Salz
1 EL Zitronensaft
30 g Hefeflocken
1/4 TL Zwiebelpulver (optional)
1/4 TL Knoblauchpulver (optional)
1 Prise Cayennepfeffer (optional)

  1. Die Kartoffeln in Würfel und die Möhren in Scheiben schneiden.
    Zusammen in einem Topf mit ausreichend Wasser kochen.
  2. Das Wasser abgießen. Kartoffeln und Möhren zusammen mit den restlichen Zutaten mit einem Pürierstab oder Standmixer zu einer cremigen Soße pürieren.
  3. Nach Verwendungszweck abschmecken und direkt unter die Nudeln mischen, über die Pizza oder Aufläufe geben oder noch warm zu den Nachos.

Übriggebliebene Soße hält in einer gut verschlossenen Dose eine Woche im Kühlschrank.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!