Mogrians Allerlei

Mit dem Fahrrad durchs Leben

Bärbel ist mein Fahrrad seit dem 30.5.2006. Oft lugte ich nach den neuen Modellen und verließ den Laden dann mit ein paar Blumen für ihren Lenkerkorb, Pflegemitteln oder Ersatzteilen.
Sie ist mein treues Gefährt. Sie fährt mich zur Arbeit, zieht einen Anhänger, wagt sich mit mir in Busse, Straßenbahnen, auf Schiffe und in Züge.
Wir machen Ausflüge, Urlaub und gehen zusammen einkaufen.
Ich kann sie doch nicht wegen einem Trend ersetzen.
Bärbel und ich sind ein eingespieltes Team, wir sind Freunde.

Die Liebe zum Drahtesel

1817 hat Karl Drais in Mannheim den UrUrUr Opa von Bärbel erfunden.
In all den Jahren dazwischen hat der eine oder andere die Draisine (wie das Rad ursprünglich hieß) mit Pedalen und allerlei anderem optimiert.
Meine Liebe zu dieser Art der Fortbewegung begann irgendwann zu Beginn der siebziger Jahre mit meinem Kinderrad.
Später dann jahrelang ein schwarzes Hollandrad, bevor ich auf mein erstes Trekkingbike umstieg.
Ich erledigte quasi alles mit meinem Fahrrad. Als die Kinder kamen, wurde ein Anhänger angeschafft. Nun reichen oft Packtaschen, die Kinder sind groß.
Übrigens habe ich den Führerschein erst sehr spät gemacht, mit fast 25, auf Drängen meiner Familie. Damals dachte man noch, dass eine Fahrerlaubnis nötig wäre. Heute weiß ich gar nicht mehr so genau, wo ich das Ding aufgehoben habe.

Die Seele hat eine Geschwindigkeit

Autofahren bedeutet für mich Stress. Die Landschaft rauscht zu schnell vorbei. Ich hasse es einen Parkplatz zu suchen oder in engen, stickigen Parkhäusern herumzukurven.
Jede Form der Fürsorge für ein Auto ist für mich Zeitverschwendung.
Mir ist das zu eng, zu unbequem, mir fehlt die Bewegung.
In meinen Augen gibt es schlicht auch keine schönen Autos mehr.
Alle sehen irgendwie gleich aus, werden immer größer, verstopfen die Straßen und Innenstädte, sind laut und stinken.
Ich kann auch nicht verstehen, warum man eine Menge Geld bezahlt, um ein Fahrzeug zu unterhalten, welches genaugenommen die meiste Zeit seines Lebens parkt.
Ich kann die ganze Autosache nicht verstehen. Da bin ich einwenig aus der Zeit gefallen, oder ihr schon um einiges voraus, wer weiß das schon.

Unserer Natur entspricht zu Fuß gehen. Unser Körper und unser Geist verweilt in einer Art “das war schon immer so” und ist selig.
Wir brauchen Bewegung, wir brauchen den Wind, die Sonne und den Regen auf der Haut.
Während viele wiederholt unter Erkältungen leiden, bin ich die stets gesunde mit robusten Abwehrkräften.
Wir brauchen die Muße und die Zeit uns in die Natur zu vertiefen, ihre heilende Wirkung zu erfahren.
Die einheitliche Bewegung beim Laufen oder Fahrradfahren macht die Gedanken fließend und baut den Stress ab.
Wir entdecken kleine Schätze am Wegrand, streicheln einer kleinen Ziege über den Kopf oder bewundern Wiesenorchideen in ihrer Pracht.
Gerade in der Zeit der Schreibtischjobs ist diese Auszeit an der frischen Luft eine Wohltat, ganz ohne Kosten, immer verfügbar.
Erstmal mit einen Anhäger voll Wocheneinkauf den Berg hinaufgestrampelt, bin ich froh und stolz, habe etwas geschafft, das fühlt sich gut an.

Autobahnen sind mir ein Greuel.
Die Staus, das Gehupe, die Drängelei. Der Blutdruck passt sich der Höhe der gefahrenen Geschwindikeit an, es entsteht ein Fahrbahn-Tunnelblick, der nichts kennt denn Grau mit weißen Streifchen. Ich reiße mich nicht darum auch nur einen Meter mit dem Auto zu fahren.

Mein Körper und meine Seele danken es mir.

Fahrradfahren und Gesundheit

Schon drei Stunden radeln pro Woche steigert unsere Gesundheit und verringert die Sterberate um 40 Prozent laut einer dänischen Studie. Das Risiko für Fettleibigkeit, Herzerkrankungen und Diabetes sinkt um die Hälfte.
Es wirkt sich auf die Psyche gleichermaßen positiv aus, wie auf den ganzen Körper.
Es ist durch die gleichmäßige Bewegung meditativ und löst Blockaden.

 

  • Es stärkt die Atemmuskulatur, die Ventilation der Lunge verbessert sich, der Sauerstoff wird durch die Bewegung effektiv im ganzen Körper verteilt.
  • Es unterstützt das Abnehmen und baut Muskeln auf.
  • Die Stärkung der Rückenmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule,
    beugt Problem vor oder hilft bestehende Beschwerden zu lindern.
  • Das Training ist gelenkschonend. Das größte Gewicht des Körpers lastet auf dem Sattel.
  • Es stärkt das Herz. Der Herzmuskel vergrößert sich, der Ruhepuls sinkt.
    Die Blutzirkulation verbessert sich.

 

Radeln in alle Lebenslagen

Ich habe vier Menschen allein mit dem Fahrrad versorgt.
Bin jeden Tag 9 km zur Arbeit gefahren und natürlich zurück.
Meine Kinder wurden mit dem Anhänger in den Kindergarten gebracht.
Genauso wie die Getränkekisten geholt.
Fahren die Öffis nicht weit genug aufs Land, kommt Bärbel mit und wir radeln ins Grüne.
Auch der Gartenkompost ist mit Lastenanhänger kein Problem.
Wir lieben die Fahrten zum Bauernladen um regionales Gemüse einzukaufen.
Eine Kundin ist schon betagter und leicht gebrechlich. Sie hat nun ein Dreirad mit geräumigem Einkaufskorb.
Keinerlei Parkplatzsuche, absteigen, absperren, fertig.
Durch die viel frische Luft und später die eigenen Fahrräder hatte ich nie Probleme meine Kinder ins Bett zu bekommen.

Nie habe ich ein Auto vermisst.
Ich hatte nicht mal Interesse daran, meine Person oder mein scheinbares Ansehen zu polieren.
Wer das nötig hat; das PG Bugatti Bike sieht sehr futuristisch aus, ist zu 95 Prozent aus Karbon und kostet traumhafte 35,000 Euro ( ohne Einkaufskorb ).

Radeln ist nicht Verzicht, es ist ein Gewinn auf ganzer Linie.
Für die Menschen, die Gemeinden, die Großstädte und die Umwelt.
Radeln macht Spaß.
Es gibt tolle Aktionen von Krankenkassen und Firmen.
Radeln ist die Zukunft, dann gehören die Städte wieder den Menschen und nicht den Autos.