Aus dem Nähkästchen einer Kartenlegerin

Ich will nur hören, was ich hören will

Ich helfe sehr gern. Ich höre zu. Ich lege all meine Lebenserfahrung, meine Einfühlsamkeit und mein Wissen in die Beratung.
Mir eröffnet sich ein Blick von außerhalb. Ich stecke nicht in der Krise, im Liebeskummer oder sonst wo, das macht es leichter Auswege zu sehen.
Ich möchte Denkanstöße geben, alternative Wege aufzeigen und die Situation etwas klarer erkennbar machen.
Ich werde nach Rat gefragt, eben genau um die neuen Blickwinkel und Möglichkeiten zu erarbeiten.

Die eigenen Probleme kann man nur selbst lösen

Was auch immer ich sehe und rate, ich kann es nicht tun!
Da hat man sich Mühe gegeben in wirklich einfallsreiche Schwierigkeiten zu geraten, teilweise jahrelang, und ich soll es nun richten.
Nein, da liegt ein Missverständnis vor.
Es ist eine Epoche der einfachen, schnellen Lösungen.
Prinzipiell sind ja eh alle anderen an der eigenen Misere schuld und nun müsste die doch auch noch irgendjemand für einen lösen. 
Aber bitte doch nach eigenem Gusto.

Mein wöchentlich wiederkehrender Fall, die Dame, die einem verheiratetem Mann hinterher hechelt, sich um die eigene Enttäuschung mehr Gedanken macht, denn über das Vergehen des Betrugs und der Lüge, dessen die beiden sich schuldig gemacht haben, hört wieder nicht zu.
Ethik und Moral haben den eigenen Bedürfnissen hintan zu stehen.
Man wünscht sich, also sei es.
Meiner Warnung, dass darauf kein Segen liegen kann, wird keine Beachtung geschenkt.

Die eigene Wunscherfüllung trampelt über Emotionen, steigt über Leichen und Kinderseelen.
Draußen schreien wir bei jeder Ungerechtigkeit gegen was auch immer laut auf, in unserem privaten Leben gibt es kein Halten mehr. 

Man hat ein Recht darauf glücklich zu sein und sich zu nehmen, was immer man will.

Nur funktioniert es nicht so.

 

Das Leben schuldet uns nichts

Nur der Tod ist gerecht, da liegen wir dann alle gleich unter der Erde, reich wie arm.
Wir müssen uns mit der scheinbar ungerechten Verteilung des Glücks abfinden. 
Leben ist so!
Wir können nur gestalten, wenn wir das zuerst annehmen und akzeptieren.
Dann erst können wir nach realistischen Möglichkeiten suchen und uns angenehm einrichten, vielleicht auch vorwärts kommen oder einen passenden Partner finden.
Dabei dürfen wir nicht übersehen, dass alle Energie, die wir in die Welt entlassen auch zu uns zurück kommt, mal sofort, mal nach vielen Jahren.
Wir ernten nur, was wir sähen. 
Da hilft kein “ich will aber” und das feste Augenverschließen.
Erwachsenen benehmen sich immer öfter wie dreijährige Trotzlöffel.
Moralische Werte sind nicht mehr modern. Das ist ollern, das kann weg, wenn ich meinen Kopf durchsetzen will, frage ich nach nichts mehr.

Berlin 1975

Mein Uropa, bei dem wir einige Zeit lebten war 1890 geboren.
Er zog sich noch zum Essen um. Opa Ernst trug immer eine Fliege.
Er war höflich und stets korrekt.
Ich bewunderte ihn sehr.
Zwei Kriege hatte er in Berlin überlebt. Diese schweren Zeiten hatten es nicht geschafft, ihm sein menschenfreundliches, ehrliches Benehmen zu entreißen.
Man klaut nicht, man lügt nicht, man betrügt nicht.
Was du nicht willst, füge keinem anderen zu. 
Die Welt dreht sich nicht um dich allein.
So kurz, so einfach.

Später, ca. mit fünfzehn, schloss ich mich einer Motorrad Clique an.
Die zwischenmenschlichen Anforderungen unterschieden sich kaum.

Moral hat sicher nichts mit Religion zu tun, sondern mit Anstand.
Live and let live.
Lade keine Schuld auf dich, denn das bezahlst du irgendwann.

Das eigene ICH verdirbt die Welt

Wer auf dem Unglück anderer an seinem persönlichen Glück bastelt, wird eines Tages den schmerzlichen Einsturz seines Kartenhauses beobachten dürfen.

Was auch immer wir tun, alles hat eine Konsequenz, und manchmal eine, die uns so gar nicht schmeckt. 

 

 

 

 

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