Alte Bräuche und Hexenwissen · Kelten, Mythologie und Leben

Samhain, die Geschichte

Samhain ist das Hexen Neujahr, der Name bedeutet „Ende des Sommers“.
Und so wie die Ernte eingebracht, der Garten winterfest gemacht und die Dunkelheit immer mehr Raum einnimmt, desto mehr freue ich mich auf Samhain.
Im ersten Teil möchte ich etwas über die Kelten und über die Ursprünge des Festes erzählen.
Im zweiten Teil werde ich dann auf Rituale und Möglichkeiten des Feierns in der heutigen Zeit eingehen.
Ich hoffe ich kann Appetit machen, auf ein altes Fest mit großer Bedeutung.

Samhain, die Schleier werden durchlässig

Samhain ist ein Tag des Feierns. Die Kelten gedachten der Ernte, verabschiedeten das vergangene Jahr und begrüßten das beginnende, neue Jahr.
Diese Jahreszeit, bevor die kalten, düsteren Monate beginnen, war eine Zeit, in der man dankbar die Vorräte für den langen Winter einlagerte.
Gesundes Schlachtvieh und eine gute Ernte waren überlebenswichtig.
Handel und kriegerische Auseinandersetzungen mussten auf wärmere und hellere Tage warten. Die Zeit der Feste und Versammlungen neigte sich dem Ende zu.
In der düsteren, nebligen Zeit des Winters, wandte man sich mystischen und magischen Vorstellungen und Ritualen zu, nähte Kleidung, reparierte Arbeitsgerät und erzählte die Geschichten der Ahnen und Helden, der Göttinnen und Götter.
Samhain wurde mehrere Tage lang ausgiebig gefeiert. Wer so nah und abhängig von der Natur ist, hat allen Grund den Göttern zu danken, oder sie um Beistand zu bitten, wenn die Ernte nicht ausreichend war. Dankopfer wurden feierlich dargebracht.
Samhain war der Umbruch von der hellen, fruchtbaren Zeit, hinein in eine entbehrungsreiche Zeit, deren Ausgang jedes Jahr aufs neue ungewiß war.
Ein wichtiger Bestandteil des Festes war, sich und seinen Clan vor umgehenden Geistern, schlechten Energien und Flüchen zu schützen.
Auf dem Hill of Tara wurde ein großes Festessen veranstaltet, Pferderennen und andere Wettkämpfe waren ein willkommenes Vergnügen.
Es brannten heilige Freudenfeuer. Traditionell wurden alle Feuer gelöscht und von einem Druiden rituell neu entfacht. Dieses Ritual widerholt sich zu Beltane, ein Brauch, den Christen auch von der Osternacht kennen.

Samhain und seine gällischen Namen
Heute kennen wir die Namen Halloween, St Hallows Eve oder das christliche Allerheiligen. Da an Allerheiligen Menschen gedacht wir, die für ihren Glauben gelitten haben, entspricht das Fest Allerseelen (2.November), an dem allen Verstorbenen gedacht wird, eher des Gedankens von Samhain.
Im keltischen Gebiet variierten die Namen. Auf der Isle of Man bezeichnete man das Fest „Sauin“, in Wales „Calan Gaeaf“ oder „Die Nacht des Winteranfangs“, die Iren nannten es „“Oiche Shamra“, aber auch „Samhain-Abend“.


Samhain und die Anderswelt

Ursprünglich wird Samhain am 11. Neumond des Jahres gefeiert.
Imbolg, Beltane und Lammas sind Vollmondfest, was bereits auf die Besonderheit von Samhain hindeutet.
Die Unterwelt beginnt in diesen dunklen Tagen die Herrschaft, die Schleier zur Welt der Geistwesen und Ahnen wird durchlässiger, bis zu Jule die Wiedergeburt des Lichts gefeiert wird.
In der düsteren Zeit wollen die Verstorbenen nach Hause zurückkehren, und so stellt man ihnen Milch und weiße Speisen als Wegzehrung hinaus, Kerzen sollen ihnen den Weg erhellen, damit sie sich nicht verirren.
Alle Wesen der Anderswelt können nun die Menschen besuchen.
Unachtsame Sterbliche können sich aber auch in die Welt der Naturgeister verirren.
Man musste also an den Toren zur Unterwelt, Quellen, Bäche, Seen und Höhlen, Obacht geben.
Türen und Fenster ließ man in dieser Nacht besser offen, versperrte man den Geistern den Eingang, spielten sie einem üble Streiche.

Samhain und übersinnliche Energie
An Samhain geborenen Kindern sagte man eine besondere übernatürliche Begabung nach Skorpion das Licht der Welt erblicken gelten auch heute noch als intuitiv und sensibel.
Diese Nacht eignet sich somit auch hervorragend für Zauber, Rituale und Orakel.

Die christlichen Bräuche

Seit frühester Zeit war es in den Kirchen Brauch, den Toten zu gedenken.
Zuerst ehrte man alle Heiligen, bevor der Brauch auf alle Toten erweitert wurde.
Die Ahnenverehrung war in heidnischen Kulturen bereits lange ein fester Bestandteil des Brauchtums und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Kirchen nachzogen.
Noch heute werden die Gräber gepflegt, Lichter angezündet und den Ahnen in Gottesdiensten gedacht.
Früher pflegte man auch die alten, vernachlässigten Gräber und umrundete große Gruften während der Prozession dreimal im Uhrzeigersinn.
Selbst in meiner Familie war der Brauch Proviant und Kerzen vor das Haus zu stellen und die Tür unversperrt zu lassen, selbstverständlich.
Der bedeutendende Unterschied zu Samhain, ist das feierliche Ermahnen an die eigene Sterblichkeit und das Bewusstmachen der Qualen der Sünder.
Das „von Haus zu Haus“ ziehen wurde im Mittelalter ergänzt. Man sammelte Almosen für die Armen und schloss die Gebenden in die Gebete mit ein.
Auch maskierte Umhertreibende kennt man seit dieser Zeit, die von der Kirche nicht gebiligt wurden, da man ihnen eine Verbindung zu den Feenprozessionen nachsagte, also einem heidnischen Brauch.
War der Hausherr freigiebig, zogen sie segnend um das Küchenfeuer, war er geizig verfluchte man ihn.

Ich freue mich jedes Jahr auf Samhain, ob man es nun am 11. Vollmond feiert oder in der Nacht von 31.Oktober auf den 1. November.
Ich bin der Überzeugung es gibt kein richtig oder falsch.
Die Energie dieser umbrüchigen Zeit ist nicht nur an einem einzigen Tag zu verspüren.
Fühlt euch frei dieses Fest zu feiern, gerade wann und wie ihr es für richtig haltet.


Neugierig auf den zweiten Teil? Am 24.10 ist es soweit.

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