Mogrians Sonntagsgedanken

Überraschung!

Eine Hexe kommt heim

Wenn alles schief und schiefer geht weiß ich, ich stehe an einer Lernstufe.
Auch nach Jahren der Selbsterkenntnis, der Entwicklung, nach all den Bemühungen, nach all dem Kampf ums Durchhalten des spirituellen Weges, nach Lernen und Praktizieren, bekomme ich doch immer wieder meine Prüfungen vor die Füße und werde erinnert, dass dieser Weg kein Selbstläufer ist und ich meinen Willen, diesen zu gehen aufs neue bestätigen muss.
Motiviert, glücklich und entspannt zu bleiben, fällt eben leichter, wenn sich die Dinge fügen.

Die Wege

Schon die Fahrt in den Urlaub war eigenartig.
Die Autobahn Richtung Ostsee war um Berlin herum gesperrt, die Umleitung B96 ebenso, also übten wir uns im Stau in Geduld. Endlos krabbelten wir durch kleine Dörfer.
Am anderen Morgen erfuhren wir, dass auf der gesperrten Straße drei Menschen ums Leben kamen. Kein schöner Auftakt.
Heimwärts brannte ein Auto bei Leipzig, Vollsperrung.
Kurz dahinter ein Unfall, wieder Stau.
Etwas später dann ein Geisterfahrer auf der Strecke vor uns.
Die Wege waren uns dieses Mal alles andere als gewogen.

Nach endlosen Stunden endlich daheim

Haustür auf, voll Vorfreude.
Gepäck und Hunde in die Wohnung, auspacken und eine Kleinigkeit essen.
Danach entsetzt feststellen, dass alle Receiver abgestürtzt sind.
Aus welchem Grund auch immer.
Mein Mann suchte gerade am Rechner nach dem Grund für einen seltsam hohen Verbrauch unseres Datenvolumens, während unserer Abwesenheit.
Was hatte sich denn da heimlich bespaßt?
Er klickte rum, ich zog Stecker, um die „aufgehängten“ Geräte zum Hochfahren zu annimieren.

Kaum lief alles, ein Ruf aus dem Untergeschoss.
„Strom weg, alles dunkel“
Ich kippel mit der Sicherung und es ward Licht.
Aber so schnell wie es wieder hell war, kam auch die Erkenntnis.
Die Hebepumpe für das Abwasser funktioniert nicht mehr.
Das Wasser hat sich schon auf den Weg gemacht und die Wand des Kellerraums ist feucht.
Ist nun die Pumpe oder der Starkregen am Tag zuvor schuld?
Egal, da steht Wasser, der Handwerker muss her, das untere Bad ist nicht zu gebrauchen.
Es ist Samstagabend und nichts zu machen.
Wir schnappen uns Eimer und versuchen den Schaden klein zu halten.

Während mein Mann im Keller kämpft und ich die Wäsche anstellen möchte, fällt mein Blick auf meinen völlig verlausten Efeu auf dem Fensterbrett.
Ich dusche in schnell ab, hole meine Seifenlauge für schwere Fälle und sprühe das arme Ding ein.
Wenigstens die Waschmaschine tut was sie soll, denke ich erleichtert.
Beim Füttern der Hunde reißt diese dämliche Metalllasche ab, und die Dose wandert schwungvoll durch das Fenster, dessen Scheibe in tausend Stücke zerbirst.
Nein, das habe ich natürlich nicht gemacht, aber ich hätte es gern.

Der Briefkasten ist voll klatschnasser Werbung, die im Verhältnis wenigen Briefe dazwischen saugen lustvoll die Feuchtigkeit auf.
Ich trage alles hinein und bei einem Blick auf meinen Mann, verzichte ich darauf, ihn an das „Bitte keine Werbung!“ Schildchen zu erinnern, dass er eigentlich schon lange besorgen wollte.


Betrachte meine schlafenden Hunde und bin etwas neidisch.
Nachts kann mein alter Rüde nicht schlafen und ich stehe um kurz nach Fünf mit ihm auf, um bei einer Tasse Kaffee auf der dunklen Terrasse unter dem Sternenhimmel festzustellen, dass ich bei dem Versuch ein Bild hochzuladen an einen übel gelaunten Instagram Server geraten bin, der mir nicht gestattet auch nur irgendwas zu tun.

Ich habe beschlossen heute erstmal so zu tun, als wäre ich nicht da.
Ich wünsche euch eine schöne Woche, den Fehlerteufel habe ich bei mir, euch kann nichts passieren.
Eure Mogrian