Alte Bräuche und Hexenwissen

Die Andreasnacht vom 29. auf den 30. November

Nun beginnt die Adventszeit, an vielen Häusern und in warmen Stuben leuchten sanfte Lichtlein und die Dekoration ist liebevoll aufgestellt.
Lebkuchen und Plätzchen werden gebacken, der Duft wabert durch die Räume und die Stimmung ist mit keiner anderen Zeit im Jahr zu vergleichen.
Apostel Andreas, ca. 5 vor Chr. bis 60 nach Chr., ist ein Schutzheiliger der Fischer, Metzger, Bergwerke und Eheleute.
Seines Zeichens Missionar, soll der Arme am 30. November im Jahre 60 nach Christus den Märtyrertod erlitten haben. Es wird erzählt, dass er an einem Kreuz, bestehend aus zwei diagonal übereinanderliegenden Balken, gekreuzigt wurde.
Dieses Zeichen kennen wir als Andreaskreuz. Auch gibt es, meist an älteren Bauernhäusern noch das Andreaskreuz am Giebel, oft mit einem Pferdekopf versehen.
Das soll Übel abwenden und den himmlischen Schutzschirm über das Haus spannen.

Bräuche um den Andreastag

Anisgebäck ist die volksmagische Speise der Wahl.
Wer heute Anissamen verputzt, erlebt die Zauberkraft des Gewürzes.
Glaubt man nicht daran, tut man seiner Gesundheit etwas Gutes.
Anis lindert so allerlei Beschwerden.
Bei Husten, Bronchitis, Magenproblemen und Blähungen hilft er gern.
Brot, Plätzchen, Schnaps und Tee. Da ist sicherlich für jeden etwas dabei.

Heute kann man sich auch einen Hauch Frühling in die Stube holen.
So heißt es, dass man die Zweige eines Obstbaums, einer Birke oder Weide heimlich und schweigend gegen sechs, neun oder zwölf Uhr schneiden soll.
In der warmen Stube in eine Vase mit Wasser gestellt, zeigen sich nach zwei bis drei Wochen grüne Blättchen. Wenn die Zweige am Heiligen Abend blühen, gehen Wünsche in Erfüllung.

Heute kann man auch sehr effektiv seine Räume räuchern und mit einem Reisigbesen magisch auskehren.
Räucherempfehlung: Bartflechte, Apfelschalen, Rosenblätter, Sternanissamen.
Bauernregel: „Wenn es an Andreas schneit, der Schnee hundert Tage liegen bleibt.“

Losnacht für Liebesorakel

Die Nacht, um herauszufinden wer der Zukünftige sein wird.
Die Volksmagie kennt viele Orakel, wer einen Partner oder Ehemann sucht, ist eingeladen es einfach mal auszuprobieren.

Gebet

Vor dem Schlafengehen, am besten um Mitternacht, sage diesen Spruch auf.
„Heiliger St. Andreas, ich bitte dich, lass erscheinen den Herzallerliebsten meinen in seiner Gestalt, mit seiner Gewalt, wie er mit mir vor dem Altare steht“
(Die Sprüche sind alt, also Zwecks dem Verständnis keine Sorgen machen)
Bei der Anrufung des Andreas stoße dreimal mit dem großen Zeh an das Bett, es darf kein Wort zuviel gesprochen werden, auch verspreche dich nicht.
Steige nun rücklings ins Bett. Der zukünftige Partner erscheint im Traum.

Der gedeckte Tisch

Bei einbrechender Dunkelheit ziehe dich in dein Schlafgemach zurück und schließe zu.
Decke den Tisch mit einem Glas Wein und einem Glas Wasser.
Sprich den obigen Spruch dazu und gehe zu Bett.
Der Gemahl erscheint dir im Traum oder als Spukgestalt.
Am anderen Morgen schaust du nach, aus welchem Glas getrunken wurde.
Der Wein kündigt einen wohlhabenden Partner an, das Wasser, naja das kannst du dir denken.

Bettorakel (für Unerschrockene)

Lege dich verkehrt herum in das Bett.
Nun rufst du:
„Ich leg mich nieder in Teufels Namen.“
Um Mitternacht kommt dann der Teufel zu dir, der dir deinen Zukünftige/n vorstellt.

Kleine Orakel

Schäle einen Apfel ohne abzusetzen.
Denke nun an den Wunsch, den Namen deines zukünftigen Partners zu erfahren.
Wirf die Schlale über die linke Schulter hinter dich.
In diesem Apfelschalendurcheinander versuchst du nun einen Buchstaben zu erkennen.
Dies ist der Anfangsbuchstabe seines/ihres Namens.

Gehe mit einer kleinen Laterne in dieser Nacht an eine Quelle oder einen See.
Sage den Spruch auf und blicke danach ins Wasser. Dort soll dir das Gesicht des Geliebten erscheinen.
Gehe ohne zu sprechen oder dich umzusehen.

Decke einladend den Tisch mit Teller, Messer und Gabel.
Öffne nun das Fenster, um den Liebsten einzuladen.
Nun wird sie/er sich zu erkennen geben.

Die alten Überlieferungen und die Volksmagie sind oft unverständlich, aber auch urig.
Manches wird heute noch praktiziert oder auch wieder.
Meine Oma hatte stets ein paar passende Auszüge der „Merseburger Zaubersprüche“ auf Lager.
Man kann es aber auch mit einem Augenzwinkern lesen und probieren.
Da stehen alle Möglichkeiten offen.

Viel Spaß und gute Ergebnisse beim Orakeln! Eure Mogrian

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