Mogrians Sonntagsgedanken

Advent kommt aus dem Lateinischen

Advent, alle Jahre wieder. Ein paar Sonntagsgedanken.

Das “Ad” steht nicht für Advertising und das “vent” nicht für insolvent.

Advent, das erste Lichtlein brennt.
Wie wunderbar das früher war. Ich erinnere mich an meine Kindheit, an meine Oma und meine Tante.
Sie bastelten fleißig an den Weihnachtsgeschenken und sangen und die Fenster schmückten.
Die Wohnung roch nach Tannenzweigen und es duftete verführerisch nach Plätzchen.
Oma las mir weihnachtliche Geschichten vor.
Noch heute liebe ich Charles Dickens “Weihnachtsgeschichte “.
Jeden Abend wartete ich ungeduldig auf die Fortsetzung, träumte mich in die Geschichte.
Und jedes Jahr war ich wieder tief beeindruckt von der Wandlung des Ebenezer Scrooge.
Mit Nachbarn wurde Gebäck getauscht und wir sangen Weihnachtslieder.
Ich malte Weihnachtsbäume, Adventskränze und Nikoläuse, ich wollte ja nicht mit leeren Händen da stehen.

Advent heißt Ankunft

Warten auf die Geburt Jesu, warten auf die Rückkehr des Lichts.
Warten auf die Erlösung, auf die gesegnete Zeit.
Eine Zeit, die uns ein Versprechen gibt, dass alles gut wird. Habt Hoffnung und vertraut, scheint sie uns zuzumurmeln.
Nichts hat sie zu tun mit Kreditkarten, Weihnachtsinfarkt und Einkaufswahnsinn.
Nichts, mit dem selbst verursachten Stress, der Hektik und der Anspannung.
Fremdbestimmt hetzen wir von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier, von Markt zu Markt.
Liebe und Freundschaft lassen sich an all dem nicht messen.
Advent passiert in der Stille, in der Seele und in der Besinnung.
Um diesen Zauber wahrzunehmen, muss man kein Christ sein, man muss sich nur erinnern.

Und wenn der Advent mal ganz anders wäre?

 

Was wäre, wenn wir uns am Adventssonntag um den Tisch versammeln und bei gedämpften Licht und Kerzenschein Geschichten erzählen oder vorlesen?
Oder, wenn wir Bratäpfel machen und heißen Tee?
Könnten wir nicht den Kindern von früher erzählen, mit ihnen backen und basteln?
Sollten wir nicht Hoffnung und die Liebe verschenken und gemeinsame Zeit?
Haben wir nicht ein paar Gaben für die, die nichts ihr Eigen nennen?
Was wäre, wenn sich im Adventskalender nicht Schokolade, sondern Erlebnisse befinden?
Zünden wir doch im Garten eine Feuerschale an und laden die Nachbarn auf einen Glühwein ein.
Täte ein Waldspaziergang nicht gut? 
Statt zu shoppen, könnten wir in eine der vielen Kirchen und einem Orgel-oder Adventskonzert lauschen 
Zuhause musizieren, alle zusammen? Die Freude daran zählt, nicht die Perfektion.
Wir könnten auch mal nicht den Monatslohn und Erspartes verprassen.
Keinen Müll in rauen Mengen fabrizieren, sondern besinnlich die stade Zeit genießen.
Was wäre, wenn wir zum Tanzen gehen oder mal wieder ins Theater?

Was wäre dann?

Wir würden erfahren, was wir in unserem Herzen wünschen.
Zuneigung, Liebe, Aufmerksamkeit, Annahme, Vergebung, Geborgenheit.
Wir wollen gesehen werden, erkannt.

Als ich damals meine Kinder in den Armen hielt, ihnen Geschichten vorlas und sie dabei herzte, das waren die Momente, an die wir uns erinnern. Sie berühren unser Herz, noch heute.
Bei uns gibt es keine Weihnachtsgeschenke, sondern wir feiern unsere wunderbare Familie.
(Wir schenken am Geburtstag. Da legen wir alle zusammen und schenken “was gscheit´s”)
Es ist nicht die Gesellschaft, auch nicht der Einzelhandel oder “die anderen”, die mir diktieren wie und ob ich Weihnachten feiere.

Unsere Zeit zusammen ist begrenzt, verschenken wir keine schöne Stunde.

Habt eine schöne Zeit mit euren Liebsten, eure Mogrian

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©Die Kartenlegerey

 

 

 

3 Kommentare zu „Advent kommt aus dem Lateinischen

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