Alte Bräuche und Weisheiten · Kelten, Mythologie und Leben

Julnacht

Julnacht oder auch Wintersonnwende und Mittwinterfest genannt, findet um den 22. Dezember statt.
Die Reise des Sonnenkönigs geht stets voran, und nun bringt er das Licht zurück.
Stück für Stück gewinnt die Sonne an Kraft.

Heute ist auch die Thomasnacht die auf den ungläubigen und später heiligen Thomas zurückgeht.
Aber nun zur Julnacht, die wir jedes Jahr begeistert feiern.

Natürlich verlinke ich auch einen Bericht über Bräuche zur Wintersonnwende.
Bräuche zur Wintersonnwende

Zur Geschichte

Unter Gelehrten wird noch gestritten, ob es von den Wikingern oder den Kelten abstammt.
Die Sonnwende haben beide Völker gefeiert und sei es drum, wie will man denn beweisen, was vor tausenden von Jahren war?
Jedenfalls war es ein trinkfestes, fröhliches Fest, mit dem man die Rückkehr des Lichts feierte.
Die längste Nacht musste nur noch überstanden werden, dann kam die Helligkeit, jeden Tag einwenig früher, wieder und blieb länger. Die Zeit, bis die Natur in ihrer Großzügigkeit erblühte, war nun ein Stück näher gekommen.
Der Bezug zum Lebensbaum, die Feuer und später Kerzen, und die Verehrung des Gottes/Götter, dort schimmert unser Weihnachten hervor. Die ersten Christen bei uns waren bekehrte Heiden, so wundert es auch nicht.
Wenn man es auch nicht direkt vergleichen kann, spirituell gibt es Gemeinsamkeiten.
Das Licht steht für Segen, Verheißung und Freude.

Die Festlichkeiten wurden ausschweifend mit Bier, Met und Wein begangen, man trank und aß viel.
Und sie hatten jeden Grund dazu; nach der dunkelsten und längsten Nacht ist die Finsternis besiegt.
Die Natur bewegt sich unaufhaltsam in Richtung Frühling, nur noch eine Weile gilt es zu überstehen.
Hoffnung keimt auf, Licht erhellt das Gemüt und macht Hoffnung.
Dazu wurden große Feuer angezündet, deren Funken zu Ehren der Götter in den Himmel stoben.

Vor Jahren war ich mit meinem Rüden Sam in einem abgelegenen Forsthaus in der Uckermark.
Dort lernte ich erst, was Dunkelheit bedeutete. Nicht im Haus, dort gab es Strom, doch der Gang mit meinem Hund in der Nacht war lediglich durch Mond und Sterne erhellt. Ein Sternenhimmel, den man nicht mehr überall bewundern kann, denn es ist zu hell um unsere Städte herum.
Es war dunkel, wirklich schwarz in vielen Ecken.

Dunkelheit ist bedrückend, wenn man auf Fakeln angewiesen ist.
Die Kälte fährt ohne moderne Funktionskleidung ganz anders unter die Haut.
Die Vorräte schrumpfen und nun der Hoffnungsschimmer, es geht voran.
Unser Herz spürt die Bewegung, diesen Zauber und unsere Seele ist empfänglich für die Freude des Aufbruchs.
Die dunkelste Zeit ist geschafft, es kann nur besser werden.

Julnacht feiern

Feuerschale, Festmahl, genug zu bechern für die Herrn der Schöpfung und die holde Weiblichkeit.
Ausgelassen sein, feiern, singen und tanzen und dankbar sein.
Aber auch besinnlich sein. Menschen helfen, die es im Leben nicht so brilliant getroffen haben.
Möglichkeiten in unserer Welt gibt es viele. Und ich rate dazu nicht nur zu spenden.
Geh doch mit einem Teller Plätzchen zu einer einsamen alten Dame, bring für das Obdachlosen Weihnachtsessen Geschenke oder bring Futter in das Tierheim. Sportvereine, Altenheime, für jeden was dabei.
Wer nur Geld spendet sieht nicht die leuchtenden Augen, kann keine zitternden, rauen Hände schütteln und Geschichten hören, die einen aufrütteln und berühren.
Vielleicht ergibt sich sogar eine Möglichkeit das ganze Jahr über unter die Arme zu greifen.
Wer gibt ist gesegnet. Und das meine ich nicht nur christlich. Es bereichert ungemein.
Meine Oma sagte immer; gib dreimal bevor du fragst!
Durch diesen Tipp habe ich schon unendlich viel Gutes erfahren. Zum Nachahmen empfohlen!

Julscheit Feuer

Sammle Holz neun heiliger Bäume, wobei der Julscheit meist aus Eichenholz ist.
Ich mache das immer schon vorher und nehme auch nur gesammeltes Holz, so verletzte ich die Bäume nicht.
Auf jeden Fall muss das Holz an Jul schon trocken sein, sonst brennt es schlecht und qualmt sehr.
An diesem Feuer können nun Wünsche und Hindernisse verbrannt werden.
Singt und tanzt mit den Göttern in die Nacht hinein.
Ein Stück des angebrannten Julscheits hebt auf für die nächste Julnacht.
Einen Teil der Asche streut man danach in Stoffbeutel oder Taschentücher, bindet sie zu.
Man kann sie als Traumorakel unter das Kopfkissen legen oder als Talismann mit sich tragen.

Natürlich kann man auch für Familie und Gäste daraus kleine Anhänger fertigen, die sie das Jahr über begleiten.
– Stoffbeutel pro Person
-hübsches Band
-Asche vom Julfeuer
-Schutzkräutermischung deiner Wahl (getrocknet)
-Heilstein deiner Wahl
-einen flachen Stein

Gestalte den Stein individuel für jede Person. Schreib darauf, was du dir für sie wünscht.
Fülle alles in den Beutel und binde ihn mit einem hübschen Band zu.

 

Wald Julnacht

Das mache ich am liebsten.
Du brauchst etwas Baumschmuck, Kerzen in Gläsern und was dein Herz begehrt. Etwas Warmes zu trinken und ein paar Knabbersachen nicht vergessen.
Packe nun deine Liebsten, such dir einen Baum aus, schmücke ihn und dann feiert nach Herzenslust um den Baum herum.
In der Dunkelheit mitten im Wald nur mit dem Himmel über dir, geht die Seele auf.
Wer sich traut kann auch den Bauern fragen, ob er dort eine Nacht kampieren darf.
Mit der passenden Ausrüstung versteht sich.
Selbstverständlich wird danach alles wieder mit nach Hause genommen.
Leider sehe ich immer öfter Ritualplätze, an denen leere Teellichter und allerlei anderes einfach liegen gelassen wurden.

Eigentlich sind diesem Fest keine Grenzen gesetzt und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Ein gesegnetes, fröhliches Julfest wünscht eure Mogrian

Kontakt