Alte Bräuche und Hexenwissen

Im Wald am Druidenhain-Mystik pur

Bild des Druidenhains, Entspannung im Wald

Schon zu Beginn des Wanderweges umfängt mich eine mystische Stimmung, denn ich gehe Waldduschen am Druidenhain.
Der Name, obwohl es keine geschichtlichen Belege gibt, füttert meine Fantasie. In meinem Innern höre ich Hufgeklapper, warte auf das Auftauchen eines Druiden, eines Ritters oder eines Kobolds.
Die mächtigen, moosbewachsenen Dolomitfelsen wischen allen Glauben an die Wissenschaft hinfort.
(Wer mich kennt weiß, dass mir das sehr leicht fällt!)
Ich entdecke einen Felsspalt und überlege, ob auch hier Menschen durchgezogen wurden, um eine Heilung zu erfahren.
Gingen auch sie zum Waldduschen? Oder war der Wald für sie soviel mehr?

Heilung durch Durchziehen, Schieben, Kriechen, Schmiegen

In der Volksmagie glaubt man, der Symbolik der Geburt folgend, Krankheiten durch das Hindurchwinden durch enge Löcher, Schlaufen, Baumlücken, Felsspalten und vielem mehr, das über ein Loch oder einen Spalt verfügt, zu heilen.
Über diese Methode der Heilung wurde bereits schon bei den Römern berichtet. Marcellus erwähnt einen gespaltenen Kirschbaum, wobei ich mir denken kann, dass diese Praxis noch viel älter ist, denn man findet sie ebenso bei den Hindus und vielen Naturvölkern.
Früher zog man Lungensucht und Rachitis ab, sogar bei Leistenbruch sollte es helfen.
Auch in der Geburtshilfe erwartete man sich Unterstützung.
Überhaupt spielte der Wald in früheren Zeiten eine übergeordnetete Rolle.
Bäume


Heute nutze ich die Spalten, die ich im Wald finde für Rituale


Loslassen, neu beginnen, Balast abwerfen.
Wer sich da erst durchgewunden hat, kann auch physich spüren, wie etwas von ihm abgefallen ist.
Jeder kann das auch für sich allein tun.
Wichtig ist, eine Ritualform für sich zu finden. Es sollte einem festen, feierlichen Ablauf folgen und möglichst mit einer Meditation oder Besinnung beginnen. Bitte mit brennenden Kerzen im Wald sorgsam umgehen, bei Trockenheit darauf verzichten und niemals aus den Augen lassen, wenn man welche entzündet.
Dein Ziel solltest du klar und konkret formulieren und dir bereits in der Zeit der Besinnung ein Bild davon machen, wie es sich für dich anfühlt es loszuwerden und wie froh du sein wirst, wenn du es abgelegt hast.
Krieche nun langsam durch den Spalt, fühle wie es von dir abstreift.
Natürlich kannst du deine Spirits dazu einladen.
Um so verzwickter es ist hindurchzukriechen, umso besser das Ergebnis.


Bleibe noch einwenig dort, sei dankbar und verabschiede dich von dem Ort ohne dich umzublicken.
Verabschiede auch deine Spirits und danke ihnen. Besonders gern wird eine kleine Dankgabe gesehen, die du dem Wald darbringst. Verschütte ein wenig Wein, Met oder Schnaps. Leg eine Blume mit etwas Vogelfutter nieder.
Es muss von Herzen kommen, entschiede frei, was du verschenken möchtest.

Druiden

Druiden waren quasi die geistliche Elite der Kelten. Es gab verschiedene Druidenzweige, die unterschiedlichen Aufgaben nachgingen. Sie zelebrieren Rituale, hielten den Kontakt zu den Göttern und den Fürsten. Bewahrten Geschichten und Legenden. Sie heilten und verschrieben sich der Kunst, Dichtung und dem Gesang Sie bestimmten die Zeitpunkte für Saat, Ernte und Jahreskreisfeste und vieles mehr.
Ob sie nun tatsächlich am Druidenhain praktizierten, kann man nur mit dem Herzen sehen.
Die Felsformationen haben jedenfalls recht drollige Namen.

Dolomitfelsen Namen am Druidenhain

Ritter Eppelein im Wald am Druidenhain

Unser fränkischer Robin Hood. Allmächt na, wor des a Bärschla!
Apollonius von Gailingen, war ein Raubritter, der die Handelswege um Nürnberg unsicher machte.
Gut, die Zeiten waren keine leichten, doch scheinbar übertrieb Eppelein es so, dass die Nürnberger die Reichsacht gegen ihn verhängten. Er wurde der Missetaten aber nicht müde und so wurde er zum Tode verurteilt. Legendär sprang er mit seinem Pferd über die Burgmauer der Kaiserburg und entkam. 1991 fand man bei einer Ausgrabung an dieser Stelle, ein Pferd mit mehrfach gebrochenen Beinen. Ob es Eppeleins Pferd war?
Jedenfalls soll auch er mit seinen Schergen am Druidenhain Zusammenkünfte abgehalten haben.
Wer gern mehr über Eppelein lesen möchte https://de.wikipedia.org/wiki/Eppelein_von_Gailingen

Heilkraft des Waldes

Walddusche, Heilwirkung der Bäume
Waldpflanzen setzten Terpene frei, die das typische Waldaroma bilden.
Sie wirken antimikrobiell. Wer also tief Luft holt, tut was gegen Krankheitserreger.
  • regelmäßige Spaziergänge im Wald wirken den Folgen von chronischem Stress, Schlaflosigkeit und Niedergeschlagenheit entgegen
  • die Abwehrkräfte werden gestärkt
  • die Herzfunktion wird verbessert
  • Atemorgane werden geschützt, die Heilung von Erkrankungen der Atemwege wird unterstützt
  • es wirkt sich positiv auf alle entzündlichen Prozesse im Körper aus
  • Aktivierung der Immunzellen
  • wirkt Bluthochdruck entgegen, der Kreislauf wird stabilisiert
  • alle Vorgänge im Körper und in der Seele werden harmonisiert
  • Stress wird abgebaut
  • Blockaden gelöst und die Gedanken fließen wieder

Ein informativer Bericht über die Heilkräfte des Waldes https://www.faz.net/-guw-95cdj
Der Wald verfügt über alles, was wir brauchen, um uns in uns selbst wiederzufinden.
Das Grün, die Duftstoffe, die eine heilende Wirkung entfalten, leise Geräusche, unterschiedlicheste Lebewesen, die sich gerne beobachten lassen. Blumen und Kräuter, frische Luft, sogar staubarm.
Nicht umsonst gibt es in Japan einen Forschungszweig rund um die Heilkraft des Waldes.
Unser Land war zwar größtenteils von dichtem Wald bedeckt und hat zum Glück auch heute wieder einen durchschnittlich üppigen Waldbestand, aber doch traten die Japaner den Trend los mit ihrer Shirin-Yoku-Tradition, klingt halt schicker.


Wer also regelmäßig in den Wald geht, gerne auch für längere Zeit unter der Walddusche steht, tut sich unermesslich Gutes.


Licht und Schatten, Lichtungen, Bänkchen die zum Verweilen einladen.
Statt auf dem Sofa, liest sich ein Buch auch ganz gut im Wald. Eine Tasse Tee schmeckt dort herrlich und das in einer Umgebung, in der sich die Augen nicht satt sehen können.
Wahrnehmen, einfach sein.
Schlendern und tief Atem holen.
Am Anfang laufen die Gedanken noch Amok, doch durch das entspannte, gleichmäßige Gehen beginnen sie zu fließen und ziehen letztendlich einfach vorbei.
Bücke dich auch einmal, wenn du etwas bemerkst. Betrachte es, berühre es oder rieche daran.
Genieße mit allen Sinnen.

Gerne empfehle ich auch einen Naturführer bei ich zu haben (ja, als Buch, das klingelt nicht, denn du sollst ja zu dir kommen. Handy aus!)
Denke auch an gute Kleidung, wer friert, erholt sich nicht.
Und gegebenenfalls etwas zu trinken oder auch eine kleine Brotzeit.
https://mogriansweltderkarten.blog/2019/03/11/der-weg-sorgt-fuer-dich/

Wer sich im wunderbaren Druidenhain eine Walddusche nehmen möchte



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