Aus dem Nähkästchen einer Kartenlegerin

Zorn im Nebel

Wo Zorn uns die Sicht vernebelt, wird es in vielen Fällen unangenehm.
Lebensqualität und Wohlgefühl sind wie weggewischt.

 

Zorn lässt uns die Fassung verlieren

Es brodelt und grummelt. Wir laufen Gefahr unangemessen zu reagieren und Worte zu sagen (zu brüllen), die wir nicht zurücknehmen können. Der Deckel hält kaum noch auf dem Topf.
Wir zerstören, anstatt zu verstehen.
Der Blutdruck schießt in bedrohliche Höhen und wenn es ganz blöd läuft, werden wir nicht ernst genommen und hinter unserem Rücken belächelt.

Ich behaupte, wir können uns jederzeit gegen das Gefühl des aufkeimenden Zorns entscheiden!

Zornige Ausbrüche waren ein Leichtes

Früher war ich ein wahrer Feuerteufel.
Ich ging bei jeder passenden Gelegenheit in die Luft. Bevorzugt auch mit fliegenden Gegenständen.
Keinem Streit aus dem Weg gehen, war mein Motto.
Nun bin ich in reifem Alter und habe über all die Jahre dazu gelernt.
Auch durch meine Klienten lerne ich dazu, so muss Leben sein, offen für neue Erkenntnisse.
Die Beobachtung und auch die Analyse von eigenen Wutausbrüchen und von Schilderungen anderer, haben mir gezeigt, dass wir uns sehr wohl aufregen wollen.
Wir verfolgen ein Ziel, sei es die eigene Unsicherheit zu bemänteln, schneller zu gewinnen oder zu unterdrücken.
Oder wir wollen unsere Hilflosigkeit nicht zeigen.
Wir wollen Macht ausüben, aber auch vermeiden, dass man entdeckt, dass wir keine besseren Argumente haben.
Und das tun wir mit Vorsatz, jeder Zeit hätten wir uns für eine sachliche Diskussion entscheiden können, machen wir aber nicht.
In keiner Situation, bei keiner Nachfrage in Gesprächen, wurde mir bestätigt, dass Gefühle “durchgegangen” wären.
Durchgehen hat nichts mit unabwendbarem Schicksal zu tun, sondern wir lassen die Zügel fahren, steigern uns hinein und befeuern den Zorn.

Kann ich den Ausbruch vermeiden?

Mit ein wenig Übung können wir uns aber auf den Sachverhalt konzentrieren.
Wir können wahrnehmen, was im anderen vorgeht.
Fühlt er sich uns gegenüber hilflos, möchte er einen Wunsch äußern, seine Meinung vertreten oder fühlt er sich verletzt?
Wenn die Gefühle überkochen, wird das ein Schlachtfeld; mit Verlieren und mit Siegern.
Dinge werden gebrüllt, die langfristig Schaden anrichten.
Haben wir jemanden erst niedergerungen, kommt kein dauerhaftes Glück auf, denn der Verlierer erinnert sich an jedes Wort und wird eines Tages auf Rache sinnen.  Die Chance wird kommen, uns kalt zu erwischen.
Mit jedem Schrei haben wir Vertrauen zerstört, Respekt und Zuneigung verloren und die Basis für eine friedliche Lösung untergraben.

Wer vernünftig, bestimmt und ausdauernd seine Ziele verfolgt, trotzdem kooperiert und Kompromisse schließt, kommt zu einem friedlichen Ergebnis.

 

Mit Persönlichkeitsarbeit und Sport zum Ziel

Ich habe mit einigen cholerischen Zeitgenossen gearbeitet, die vorerst alle der Meinung waren, es käme einfach über sie.
Doch nach den ersten Beratungen waren alle nicht mehr so sicher.
Keiner der Klienten ist heute noch ein Wüterich.
Sie haben ihr Muster erkannt, sie haben erkannt, wo das Muster in ihrem inneren Selbst liegt, der sie auf den Zorn ausweichen läßt.
Jeder zeigte einen anderen Auslöser. Ein latentes Minderwertigkeitsgefühl, gefühlte Machtlosigkeit, Befriedigung durch den Gewinn einer Auseinandersetzung, fehlender Respekt vor dem Gegenüber, um nur einige zu nennen.
Und du errätst es sicher, nicht einem haben die Wutausbrüche etwas eingebracht.
Eine Ehe war dahin und auch danach nicht mehr zu retten.
Eine Tochter vertraute ihrem Vater nicht mehr und blieb distanziert.
Ein sehr lieber Ehemann flüchtete aus der Not, zu einer Geliebten.
Einer hatte eine Anzeige am Hals, weil er beim Autofahren stets aus der Haut fuhr und endlich an den Falschen geriet.
Gut gebrüllt Löwe. Gar nichts richtig gemacht.

Wir können uns jederzeit entscheiden, besonnen und sachlich zu bleiben.
Authentisch für uns einzustehen, beinhaltet nicht, wie ein Schachtelteufel aus der Beherrschung zu fahren.
Tief atmen, notfalls mal raus an die frische Luft, überlegen statt brüllen.
Sich beim Sport oder der Gartenarbeit austoben.
An sich selbst arbeiten, nicht an den anderen.
Haltung bewahren und sich nicht den Respekt der anderen verspielen.

Und noch eins. Nicht wüten macht nicht krank.
Man frisst auch keine Gefühle in sich hinein, weil man es ja sachlich und friedlich, fair und respektvoll aus der Welt schafft.
Wenn man sich nicht ungehindert seinen Emotionen hingibt, muss man sich auch nicht mit den Trümmern auf dem Schlachtfeld beschäftigen.
Denn alle meine Klienten fühlten sich mehr belastet, als sie noch brüllten.
Die Feindseligkeit der Opfer, das Zurückweichen der Kinder, das hat sie krank gemacht.
Über die Jahre hatten sie sich in eine Isolation gewütet.

Wie auf einen Ausbruch reagieren?

Und wenn du angebrüllt wirst?
Mach es wie ich, mit dieser Methode fahre ich seit langen Jahren sehr gut.
Bitte um Vertagung bis die Wogen wieder gemäßigt sind, fordere Respekt ein und bestehe darauf, nicht in diesem Ton angesprochen zu werden.
Brüllen muss sofort zum Abbruch des Gespräches führen.
Sollte all das nichts bewirken, dann dreh dich um, verlasse die Situation und ignoriere den armen Wüterich, bis aus Hulk wieder ein normaler Mensch geworden ist.
Sollte es sich um den Chef handeln und man kann mit ihm nicht reden und Job wechseln steht auch nicht zur Verfügung, verbünde dich mit den Kollegen, wende dich an den Mitarbeiter, der sich vertraulich um die Probleme der Mitarbeiter kümmert.
Sprich mit deinem Arzt, deinem Partner oder einer Beratungsstelle, nur mache eins nicht, leide nicht jahrelang, friss es nicht in dich hinein.
Der Zorn deines Chefs darf dich nicht krank machen.
Es gibt immer eine Lösung!

Als kleines Bonbon gibts einen Stresstest:)

Stress Selbsttest

Herzlichst, eure Mogrian

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