Mogrians Allerlei

Mabon 2020

Ich liebe Mabon, auch im Jahr 2020 werden wir feiern.
Voller Dankbarkeit auf ein arbeitsreiches Jahr und seine Früchte zurückschauen.
Aber dieses Jahr will ein flaues Gefühl in mir nicht vergehen.

Mabon 2020 mit Misstrauen und Ungläubigkeit

Tiere, Wälder und Felder leiden unter der Trockenheit. Auch dieses Jahr wieder.
Die kleine Lockdown Schonfrist hat kaum etwas gebracht, außer mehr Müll im Wald.
Die USA und Australien verzeichnen Waldbrände seltenen Ausmaßes.
Millionen von Tieren sterben, Menschen verlieren ihr Zuhause oder gar ihr Leben.
Die Luft kaum noch zu atmen, der Himmel auch am Tag dunkel.
Woanders schwemmt das Wasser alle Habe weg, während woanders ganze Seen austrocknen.
Wie herrlich man alle Umweltprobleme ignorieren kann.

Donald Trump verliert das bisschen Restverstand, während farbige Mitbürger um ihre Sicherheit kämpfen müssen.
Moria brennt und zeigt uns das Versagen jeglicher Menschlichkeit.
Wirtschaft und Konsum sind das Maß aller Dinge.
Klimaschutz, Mitmenschlichkeit, die Chance umzudenken und Fairness werden auf dem Altar des ewigen Wachstums geopfert. Als ob ein gutes Auskommen nicht auch mal reichen könnte.

Mich hat die Pandemie nicht so sehr entsetzt, denn es kann jederzeit etwas derartiges passieren.
Wer anderes denkt, macht sich etwas vor.
Viel mehr haben mich meine Mitmenschen irritiert.

Mabon und der Hass

Mabon ist ein keltisches Erntedankfest. Dort haben auch die Krieger gefeiert.
Allerdings kommen mir dieses Jahr keine langhaarigen Kelten in den Sinn, sondern Menschen mit hassverzerrtem Gesicht.
Mitbürger, die außer Rand und Band geraten sind.

Ich denke an die Regierungsgegner, die verhaftet, vergiftet oder gar getötet wurden.
An alle die das Internet mit Hass Kommentaren und Falschinformationen füttern.
Völlig fehlgeleitete Bürger, die Politiker und Journalisten bedrohen und angreifen.
An verletzte Polizisten, aber auch an rechte Chat Gruppen innerhalb der Polizei.

Ich möchte gar nicht mehr Beispiele aufzählen, denn sie sind bekannt.
Mich wundert, wie sehr es gerade jetzt hochkocht.
Wie wenig man dagegen unternimmt.
Und wie die Natur ihre Gönner verliert.
Die Welt ist aus dem Takt und die Gewalt nimmt zu.

Licht und Liebe ist nicht mehr

Viel zu viele Jahre haben alle geduldet und zugesehen.
Nun rächt sich die Überhöhung des einzelnen ICHs.
Nein, wir haben es uns nichts esoterisch herbei gedacht, sondern wir haben geschlafen.
Zu wenig NEIN gesagt, zu wenig widersprochen.
Gewohnheiten gefrönt, es geht uns ja so gut.
Nie in die Zukunft gedacht und Menschen abgehängt, die sich nun unbeobachtet von hinten heran stehlen.
Kaum einer hat die Jugend ernst genommen und wir wählen nach wie vor Rentner an die Macht.
Der Selbstverwirklichung wird bedenkenlos nach gerannt, während das Land auseinander bricht.
Wir haben keine Fragen gestellt und auch nicht hingehört.

Und trotzdem werde ich feiern.
Ich werde mich über jeden Widerstand freuen und über jedes Widerwort.
Mitstreiter einladen und mich für die Zukunft der Nachfahren einsetzten.
Die Natur schützen und mich für sie einsetzten.
Nicht aus Bequemlichkeit den Mund halten.
Dankbar sein, für die Lebensbedingungen, die wir noch haben.
Niemals aufhören, mich zu informieren.
Mein Wissen und meine Denkanstöße weitergeben.

So kann ich ehrlich Mabon feiern, eure Mogrian

©Die Kartenlegerey