Mystische Wanderungen

Ruine Neideck

Bei herrlichen Herbstwetter war die Ruine Neideck in der fränkischen Schweiz unser Ziel.
Sonne und Wandern mit Geschichte würzen und die Hundejungs toben lassen, so sollte es sein.
Das mir noch viele andere Gedanken durch den Kopf gingen und ich sie jetzt für dich festhalten möchte, kam wie immer unverhofft.

Die Geschichte der Ruine Neideck

Schon 1000 Jahre vor Christus wurde der Burgberg nachgewiesen besiedelt.
Ab 800 war das Gelände ein militärischer und administrativer Stützpunkt, bevor 1050 damit begonnen wurde, die Burganlage massiv in Stein auszubauen.
1219 wird der Name Neideck das erste Mal erwähnt. Die Burg ist alleiniges Eigentum von Konrad II. von Schlüsselberg.
Ab 1348 ist sie bischöflicher Amtssitz.
Nach den Wirren des Bauern- und Markgrafenkrieges wird die Veste 1553 zerstört und niedergebrannt.
In den 1700er Jahren wird die Ruine zum Besuchsmagnet für einige Vertreter der deutschen Romantik, unter anderem Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder.
Ab 1949 wurde die Burg restauriert und 1996 begannen die umfassenden Sanierungsmaßnahmen.
2008 wurde der archäologische Park und die Treppe an die Spitze des Wohnturms eröffnet.

Zur damaligen Zeit war sie eine der bedeutendsten Burgen Deutschlands und heute ist sie eine der schönsten Ruinen.
Wer ihr nahe kommt, spürt die alte Zeit, als ob man noch Schwerter klappern hören könnte.
Wenn du gerne wanderst und dich Ruinen beeindrucken können, dann besuche die Neideck und lasse dich verzaubern.
Auch das Tal, die Wanderwege und die Hügel sind einen Besuch wert. Auf dich wartet ein Stück von der Burg entfernt noch die Neideckgrotte, die zwar gerade im Herbst Trittsicherheit erfordert, aber auch mit einem wunderbaren Blick auf den Bergfried und die Umgebung aufwartet.
Unten im Tal fließt nicht nur die Wiesent, sondern an Wochenenden fahren dort auch historische Züge, sehr sehenswert.
Ich kann dir die ganze Gegend nur empfehlen, hier noch mehr Infos Burgen und Höhlen in der Fränkischen Schweiz

Was willst du mir erzählen?

Burg Neideck

Mich berühren diese historischen Plätze und Bauten immer besonders.
Ich versuche mich in die Zeit zu fühlen, mir die belebte Burg vorzustellen.
Wo heute wildes Grün sprießt, wurde früher alles penibel frei gehalten, denn wie sollten die Menschen über Bäume und Sträucher
hinweg Bedrohungen rechtzeitig erkennen?
Das Tal mit dem Flüsschen, den Bauern und Handwerksbetrieben hielten die Wirtshaft auf der Burg aufrecht.
Allein die Natur bestimmte über ein sicheres Einkommen, über Hunger und Krankheit.
Die Menschen lebten in einer unsicheren, bedrohlichen Zeit.
Eine auskömmliche Ernte, eine sichere Burg waren nur Garantien auf Zeit.
Ein vages Versprechen auf ein Auskommen, solange niemand anderes es mit Gewalt begehrte.
Brandschatzend überrollten machthungrige Gegner das Land.
Plünderten, eroberten und zerstörten.

Das Leben war ein Kampf, ohne Schutz und Gnade.
Allianzen boten Erleichterungen, doch zu schnell konnte sich das ändern.
Aus Freund wurde Feind.
Mich erschüttern die Lebensumstände im Mittelalter.
In mir kämpft die Romantik der Burgen, der Ritter und schönen Kleider mit der Realität der damaligen Zeit.

Ich gehe auf den Wegen, wo seit hunderten von Jahren Menschen liefen, mit ihren Sorgen, Wünschen und Träumen im Gepäck.
In diesen wirren Zeiten lebten auch meine Vorfahren.
Waren sie Bauern? Arm oder besser gestellt?
Sahen sie die Burg mit eigenen Augen, als sie noch in ihrer Blüte stand?
Trage ich noch etwas an mir, dass auf meine Vorfahren zurückgeht?
Die Nase, der Charakter oder vielleicht meine Haarfarbe?
In mich gekehrt wandere ich weiter, durch den herbstlichen Wald.

Wandern macht die Gedanken frei

Ruine Neideck

Wer sich bewegt, bringt nicht nur den Körper in Schwung.
Gerade hier in der Fränkischen Schweiz berührt das idyllische Tal meine Kreativität, meine Gedanken fliegen nur so durch die Zeiten.
Wir finden eine alte Maschine am Wanderweg, auch Fluffy überlegt scheinbar, ob er damit etwas anfangen kann.
Die Fantasie verarbeitet damit Holz, oder doch vielleicht Metall?
Es scheint, das Bedienen erfordert einiges an Muskelkraft.
Im Tal pfeift eine historische Eisenbahn und ich wandere ein Stück in meiner Kindheit.
Als ich klein war, fuhren wir tatsächlich noch mit der Dampfeisenbahn.

Beim Wandern kann man durch die Vergangenheit, durch die Zukunft und durch die Gegenwart treiben.
Die frische Luft und die Bewegung löst Blockaden.
Manches Problem erscheint nicht mehr derart kompliziert, die Schritte schaffen Abstand.
Fundstücke reißen uns aus dem Gedankenkarussell und lassen uns staunen.

Neideckgrotte

Neideckgrotte

Auf rutschigen Wegen wenden wir uns der Neideckgrotte zu.
Eine zauberhafte Felsformation, die aber im Herbst vorsichtig begangen werden sollte.
Hat man es bis oben geschafft, wird man mit einem Blick belohnt, der atemberaubend schön ist.
Diese Formationen und Höhlen haben den Menschen früher als Versteck gedient.
Hab und Gut und deren Besitzer konnten sich dort für eine Weile verbergen.
Vielleicht trafen sich aber auch verliebte Pärchen, wer weiß das schon.
Beeindruckt kraxeln wir die schmalen, schiefen Stufen mit drei Hunden hinunter.
Und versprechen, dass wir wiederkommen.
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Grotte noch zu erwandern.
An einem ruhigen Tag ist sie eine schöne Rast.
Der Ort strahlt mystisch und ist perfekt für eine Meditation oder auch ein kleines Ritual.

Wo bin ich?

 

Burg Ruine Neideck 
 91346 Wiesenttal
Zwischen Streitberg und Muggendorf.

Beim Schwimmbad,  Am Schwimmbad 7, sind in der Regel genug Parkplätze.
Der Weg zur Ruine ist gut ausgeschildert und man hat mehrere Möglichkeiten.
Die Grotte liegt etwas versteckt auf der linken Seite der Burg.
Da tun WanderApps einen guten Dienst.
Für die Runde vom Parkplatz, Ruine und Grotten habe wir ca. eineinhalb Stunden gebraucht.

Die Ruine ist gut mit einem Kinderwagen zu erreichen, die Grotte nicht.
Wer dort mit kleinen Kindern hinauf möchte, sollte sie gut beaufsichtigen können, da die Stufen uneben sind und das Geländer nicht nach unten geschlossen.

 

Im Wald am Druidenhain-Mystik pur